Wer schon einmal Blut gespendet hat, weiß, wie viele Etiketten dabei benötigt werden. Das wichtigste davon klebt direkt auf dem Blutbeutel – und muss höchsten Anforderungen standhalten.
DAS KERNPROBLEM
Der harte Lebenszyklus eines Blutbeutels
Dank erhöhter Spendemöglichkeiten und besserer Transfusionsmethoden ist die Blutabgabe aus Sicht des Spenders ein unkomplizierter, schneller Prozess. Der Transport von Blut und seinen Bestandteilen vom Spender zum Endverbraucher ist dagegen komplex: Blutverarbeitung und Bluttransport erfordern spezielle Etikettenmaterialien, die dem harten Lebenszyklus eines Blutbeutels standhalten und kritische Informationen über Herkunft und Inhalt vermitteln.
Blutbeutel sind volumenstarke, hochwertige Produkte mit einer schnelllebigen Lieferkette. Um das Risiko einer Fehltransfusion und Bestandsverluste zu minimieren, müssen Etikettenentwickler eine Reihe von Faktoren berücksichtigen.

DIE ANFORDERUNGEN
Vorschriften, Rückverfolgbarkeit, Materialleistung
Regionale Vorschriften regeln Verpackung und Etiketten von Blutbeuteln. Die Food and Drug Administration und die ISEGA definieren Kriterien, damit Etikettenmaterialien wie Klebstoffe nicht durch Plastikblutbeutel und -flaschen wandern und Blutbestandteile verunreinigen.
Aus Sicherheitssicht sind Etiketten zudem die Quelle der Rückverfolgbarkeit: Mit gedruckten Barcodes überwachen Unternehmen und medizinisches Personal den Blutbeutel auf seinem Weg – bis er die richtige Einrichtung und den richtigen Patienten erreicht.
Von der Sammlung über die Verarbeitung bis zur Lagerung müssen primäre und sekundäre Etiketten extremen Bedingungen standhalten und folgende Leistungsmerkmale mitbringen:
- →Temperaturbeständigkeit bei Hitze und Kälte
- →Hohe Haftung auf verschiedenen Kunststoffarten
- →Geringe Klebstoffmigration
- →Konformität – Blutbeutel sind in der Regel nicht starr
Gleichzeitig muss der Druck auf dem Etikett während des gesamten Lebenszyklus intakt bleiben, damit wichtige Informationen leicht interpretiert werden können.
DIE TECHNOLOGIE
RFID und Sensoren sichern die Kühlkette
Immer öfter werden Blutbeuteletiketten mit RFID und gekoppelten Sensoren ausgestattet. Diese übermitteln neben der Identnummer auch die Temperaturgeschichte des Beutels – die Einhaltung der Kühlkette wird lückenlos überwacht und gesichert.
So können etwa als Reserve vorgehaltene, aber nicht verwendete Blutbeutel problemlos wieder eingelagert werden – statt prophylaktisch vernichtet zu werden, nur weil sie das gesicherte Lager einmal verlassen hatten.
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